Stimmen Ehemaliger

Carlo Scherrer

THEATERWERKSTATT 2009 - 2012, Student

Bevor ich mit dem Theaterspielen begann, war ich ein schlechter Schüler. Meine Noten waren schlecht, sowie meine Beziehung zu meinen Lehrern. Ich denke viele Lehrer hatten ein falsches Bild von mir. Sie dachten, ich sei faul, verwöhnt und gleichgültig. Es gab nur einen Lehrer, der mein Potential erkannte und mich zu einem Vorsprechen für das nächste Theaterstück der Theaterwerkstatt Freigymi einlud. Dieser Lehrer war Alfred Bosshardt.


Für die, die nicht wissen wie so ein Vorsprechen abläuft, man erhält einen Zettel auf dem eine Charaktereigenschaft steht. Dein Spielpartner erhält ebenfalls so einen Zettel und man steht zu zweit auf der Bühne und improvisiert eine Szene.
Das Vorsprechen hat mir unglaublich viel Spass bereitet und anscheinend muss ich wohl auch den Regisseur überzeugt haben, denn er gab mir eine Rolle. Mein erstes Stück hiess «Was ihr wollt» von Shakespeare und ich spielte den Malvolio.


Nach meinem ersten Stück veränderte sich alles. Nicht nur meine Noten sind in die Höhe geschossen, sondern auch meine Lehrer hatten ein neues Bild von mir. Sie merkten, dass in mir mehr steckt als sie dachten, und ich konnte durch mein neu entdecktes Talent meine Mitmenschen von mir überzeugen. Sogar ich selbst war von mir beeindruckt und respektierte mich ab diesem Zeitpunkt mehr.

Man kann sagen, dass das Theater mich zu einem besseren Menschen machte. Es war als ob etwas in mir gestillt wurde, was seit Jahren raus wollte, diese Befreiung brachte den extremen positiven Wandel in meinem Leben. Diesem Kapitel habe ich bis heute sehr viel zu verdanken und bin unglaublich froh, diese Erfahrung gemacht zu haben und kann es jedem nur weiterempfehlen.

Davide, Marc, Céline, Sophie, Max und Simon

Theaterwerkstatt 2016, Schüler und Schülerinnen

"Jeder, der sich in eine andere Welt stürzen will, wobei tiefgründige Erkenntnisse über die eigene Persönlichkeit gewonnen werden, und jeder der gleichzeitig in einem familiären aber auch professionellen Klima an einem Projekt arbeiten möchte, der sie fördert, sollte sich unbedingt bei der Theaterwerkstatt anmelden.
Wir haben schon immer zu den Leuten in der Theaterwerkstatt hochgeschaut und ihren Mut, ihre Arbeit und ihre Fähigkeit, das Publikum in ihre erschaffene kleine Welt zu entführen, extrem bewundert. Wir alle wussten am Anfang, am Tag des Castings, als wir auf der Bühne standen, noch nicht, das uns noch viel mehr erwarten würde als wir uns dort erhofften. Wir haben in diesem kurzen Jahr so unglaublich viel gelernt. Wir mussten verstehen, wie man als ein Teil eines grossen Uhrwerks funktionieren muss und wie wichtig Bereitschaft, Geduld, Disziplin und Respekt in einem Arbeitsumfeld sind. Man wird mit allen Gefühlen wie Wut, Traurigkeit, Fröhlichkeit, Hass und Liebe konfrontiert. Diese Konfrontation bot uns die Möglichkeit viel mehr über sich selbst und seinen Charakter zu erfahren. Wir haben auch gelernt wie sehr man aus sich herausholen kann und wie wichtig das Vertrauen in einer Gruppe ist. Theater geht also über die Bühne und das eigentliche Stück hinaus und lässt sich auf das ganze Leben ausserhalb der Werkstatt projizieren. Wir glauben aber auch sehr, dass man diese Erfahrung selber machen muss, um wirklich zu wissen, was wir damit meinen."

Lucy Wirth

Theaterwerkstatt 2001 - 2004, Schauspielerin

"Bis ich sechzehn war habe ich viel Zeit alleine in meinem Zimmer verbracht und habe gelesen. Dann habe ich eine Aufführung der Theaterwerkstatt am FGZ gesehen, es war „Lysistrata“. Ich war hin und weg von der Verwandlung, die die Schüler durchgemacht haben, und von der Leidenschaft, die da brannte. Da ich eher schüchtern war brauchte es für mich viel Überwindung, aber ich habe dann auch mitgemacht. Es war faszinierend für mich, was mit papierenem Text passiert, wenn man ihn auf der Bühne belebt, ich habe das alles auf einmal ganz anders und viel tiefer verstanden. Auch meine Beziehungen zu meinen Mitmenschen haben sich verändert, ich bin  durch das Theaterspielen wacher und empathischer geworden, habe überhaupt intensiver am Leben teilgenommen. Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich auf so lustvolle Weise auf das Theater treffen durfte, das ich dann später zu meinem Beruf gemacht habe."

Marc Bolliat

Theaterwerkstatt 2016, Schüler

Theater – was es ist

Theater ist nicht, was man in der Schule lernt. Theater ist, was man im Leben lernt. Gesegnet sei jener, der die Tätigkeit, seinem Leben eine Bühne zu geben, lobt und besser noch: geniesst wie frische Bergluft. Wenn man Theater aber spielt, so merkt man, dass das Theater einen selber verändert, so merkt man, dass das Theater die Überhand nimmt... 

 

Theater ist die positive Erschöpfung, welche man am Abend verspürt, wenn man noch um 10 Uhr in der Schule anwesend ist und auf den Tischen schläft, um sich noch schnell zu regenerieren, bevor man sich dann wieder auf die Bühne stellt und sich dann einen fast einstündigen Vortrag anhört, wie man richtig erbricht, von seinem Geschichtslehrer, der einem vorgängig, am gleichen Tag, doch noch so seriös erschienen ist, während er wohl etwas über Napoleon, mit kyrillischer Authentizität, auf die Wandtafel schmierte. Ich weiss nachträglich nicht einmal mehr das Thema, weil wir in der hintersten Reihe meist im hybriden Modus noch den Theatertext repetierten und zwischendurch einfach komplizierte Fragen stellten. Seine Theatererfahrung lässt jedoch nichts zu wünschen übrig, die er nach dem Alfschen Prinzip daherbringt, das zwar nicht wissenschaftlich analysiert wurde, sich jedoch über die Jahre hin immer wieder bewährt hat. Die Theaterwerkstatt trägt Prestige in sich, eine grosse Familie im Hintergrund und eine Horde pubertierender, verwöhnter, jedoch liebenswürdiger und leidenschaftlicher Jugendlicher auf der Bühne, welche sich in Rollen vergangener Epochen stürzen und zusammen die besten Beziehungen entwickeln. Das Theater hat uns aber noch mehr gezeigt als nur zusammenzustehen, es hat uns gezeigt, wie wir zusammen...

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