2000

"Die gelehrten Frauen"

Das vorletzte Stück Molières wurde 1672 in Paris uraufgeführt, ein Jahr vor seinem Tod. Im Haus Chrysales, einem biederen Bürger, herrscht Unruhe. Seine Frau Philaminte, seine Schwester Bèlise und die älteste Tochter Armande reden den ganzen Tag von Philosophie und Metaphysik, von Grammatik und Rhetorik, anstatt ihren "hausfraulichen Pflichten" nachzukommen. Als die Küchenmagd, die als einzige den Haushalt zusammenhält, wegen ihrer vulgären Sprache und der störenden grammatischen Schnitzer von Philaminte entlassen wird, probt Chrysales den Aufstand. Die einzige "Normale" in der Familie ist die jüngere Tochter Henriette, die von der Mutter gegen ihren Willen mit dem faden Schöngeist Tissotin verheiratet werden soll. Chrysale verspricht seiner Tochter zwar, endlich einmal als Autorität aufzutreten, doch er ist ein Pantoffelheld!
Zusammenfassung von der Homepage der Universität Oldenburg

"Les femmes savantes" (Die gelehrten Frauen) schrieb Molière (1622-1673) im letzten Jahr vor seinem Tod, als eines seiner letzten Bühnenwerke. Schon ungefähr fünfzehn Jahre früher jedoch, als eine seiner ersten Komödien entstand "Les précieuses ridicules" (Die lächerlichen Preziösen). Beide Stücke haben ein und denselben Stoff zum Thema. Beide sind beissende Satiren und Spottgedichte des Dichters auf den affektierten und elitären Geschmack und die sentimentalen Geistreicheleien seiner Zeit.

"Les femmes savantes" wird heute in Bühnenkreisen von vielen den besten Werken Molières gleichgestellt, obwohl das Werk zur Zeit nicht die gleiche Popularität geniesst wie etwa "L'Avare", "Tartuffe" oder "Le Misanthrope" vom gleichen Autor. "Les femmes savantes" ist im Grunde eine überarbeitete und ausgereiftere Fassung von "Les précieuses ridicules". Die Entstehungsdaten der beiden Stücke am Anfang sowie am Ende von Molières Schaffen weisen darauf hin, dass dieses Thema eine wesentliche Rolle im gesamten künstlerischen Werk Molières spielt.

Aber selbst wenn Molière noch so viel ätzende Häme über einige seiner Figuren giesst und ihre Eitelkeiten, Schwächen und Peinlichkeiten gnadenlos aufdeckt, so spürt man doch immer Molières Respekt vor ihren vielschichtigen, oder zumindest ambivalenten Charakteren. Deshalb rühren uns die Figuren an.

Gerade in unserer Zeit, wo Bücher es immer schwerer haben gegen die elektronischen Medien zu bestehen, wo die Kids nichts mehr wissen von den Lesegesellschaften unserer Grosseltern und wo die sozial isolierende Onlinegesellschaft Einzug hält, wollen wir dieses Stück über Menschen spielen, die einander brauchen, obwohl sie sich bekämpfen.

Rückseite des Plakats, verfasst von Alfred Bosshardt

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